Das Orchester «Alpenglühen» begrüsst Klimaspuren auf dem Gallusplatz in St. Gallen. Die Wanderinnen und Wanderer feiern die Vernissage des Buches «Bauen in den Alpen».

Der Gallusplatz von St.Gallen zwischen Kloster und Altstadt ist weit, schön und idyllisch. Die Wirte haben ihre Tische und Stühle platziert. Die Menschen geniessen das Zusammensitzen, Essen und Trinken. Plötzlich ist Aufregung. Das Orchester «Alpenglühen» packt seine Instrumente aus. Es ist hergereist, Klimaspuren zu empfangen mit ein paar lüpfigen Stückli. Auch will die Musik das Buch «Bauen in den Alpen. Klimavernünftige Architektur zwischen Ljubljana und Nizza» feierlich begrüssen. Doch es wird gerufen: «Aufhören», «Polizei kommt», «Corona hat’s verboten». Seelenruhig packt Roderick Hoenig, der Verleger der Edition Hochparterre, seine Bücher aus. Der Autor Köbi Gantenbein signiert und nimmt Gratulationen entgegen. «Verboten. Ist eine Veranstaltung. Polizei kommt.» St. Gallen ist noch erschreckt von den Jugendlichen, die die Stadt vor ein paar Wochen mit Ungehorsam gegen Coronagebote in Trab gehalten haben. Die Musikanten sitzen ab, essen und trinken köstlich. Die Aufregung legt sich. Sie packen die Instrumente aus, stehen schön im Abstand und blasen, geigen und trommeln, was das Zeug hält. Dazu gibt der Klarinettist Köbi eine Geschichte aus den Alpen zum Besten. Die Musikerinnen unter- und übermalen sie mit Schottisch, Ländler, Walzer und Klezmerstückli. Klimaspurinnen tanzen mit St. Gallern auf dem weiten Platz. Die Sonne geht unter. Das Gewitter zieht vorbei. Alle haben Freude. Die Polizei kommt nicht. 

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