Der Bund Schweizer Landschaftsarchitektinnen (BSLA) präsentiert Klimaspuren in Rapperswil fünf Standpunkte zur Stadt im Klimawandel: Mehr Wasser, mehr Grün, mehr wissen und besser planen.

Der Klimawandel kommt. Die Landschaftsarchitektinnen aber verfügen über das Besteck, seine «negativen Auswirkungen in Grenzen» zu halten. Das schreiben sie in fünf Standpunkten zur «Klimaangepassten Siedlungsentwicklung».

 Ihr Verband BSLA hat eigens für eine Begegnung mit Klimaspuren in Rapperswil dazu ein hellgrünes Büchlein herausgegeben. Eine schöne Geste, eine gute Gabe. Auf 16 Seiten lesen wir das Wissen und das Angebot eines Berufsstandes, der «rasche planerische Antworten» geben will für die Verteidigung und den Aufbau der «Freiraumsysteme als Lebensadern der klimaresilienten Stadt». Und sich elegant in Stellung bringt als Berufsstand, der durch nützen verdienen will. Denn die Landschaftsarchitekten wissen, wie man grüne Räume baut, wie man die «Klimaanlage Baum» pflanzt, wo mehr Wasser sein kann, wie Räume für Durchzug und Kühlung zu planen sind und welche Böden wo wie gebaut werden sollen. Die Feder führt Cordula Weber im Auftrag ihres Verbandes. Sie weiss viel zu Stadt und Klima, denn sie hat zusammen mit Daniel Keller und ihrem Büro StadtLandschaft schon 2018 das Standardwerk «Hitze in den Städten» geschrieben.

In fünf Thesen je auf der linken und fünf Begründungen auf der rechten Seite erfahren wir, wie Städte und Dörfer umgebaut werden sollen. «Vernetzter vielfältiger Grünraum» heisst das Zauberwort. Durch ihn wehen in der Nacht kühlende Lüfte, in ihm stehen Bäume und viele andere Pflanzen, er ist Schwamm für die starken Niederschläge, die die Klimaforscher erwarten. Wir lernen die «grüne Infrastruktur» kennen – eine vielfältige Vegetation um Laubbäume und die «blaue Infrastruktur», die «dezentrale Regenwasserbewirtschaftung», die Regenbäche aufnimmt und es verdunsten lässt. Ein Standpunkt bringt auch den Berufsstand zu den Günstlingen der Klimakrise: Nur wenn frühzeitig Landschaftsarchitekten mit in die Planung geholt werden, kann Siedlungsentwicklung ans Klima angepasst werden. Abschliessend setzt der Verband noch eine Reihe bedenkenswerter Postulate: Normen müssen revidiert werden, Richt- und Ortsplanungen müssen aufs Klima angepasst werden und eine Raumplanung für den Untergrund ist dringend – denn je grösser der Druck, desto mehr wächst die Siedlung unter der Erde mit Leitungen, Parkgaragen, Lagern – alles Orte, wo kaum Bäume wachsen können. Und einen publizistischen Punkt macht der BSLA mit einer Karte, auf der die fünf Standpunkte als fünf Schlagzeilen zusammengefasst sind.

Die «Fünf Standpunkte» sind pragmatisch und melancholisch – sie haben sich abgefunden mit dem Lauf der Welt. Landschaftsarchitekten haben aber auch Hebel, die Ursachen der Klimakrise zu dämpfen. Rahel Marti hat dazu eine Reihe Vorschläge versammelt, die dem nächst in «Anthos», dem Jahrbuch des BSLA zu lesen sein werden. Neugierige können sie hier schon konsultieren.

Gut geraten: Zu den fünf Standpunkten nagelt der BSLA fünf Schlagzeilen auf eine Karte.

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